Unsere Sozietät ist eine der ältesten Rechtsanwalts- und Notarkanzleien in Schleswig-Holstein. 1888 gründete Justizrat Theodor Matthiessen in der Bahnhofstraße 3 die erste Rechtsanwalts- und Notariatspraxis in Eckernförde. Das Haus wurde von ihm gebaut und die Praxisräume im Erdgeschoss eingerichtet. Seine Mandantschaft bestand überwiegend aus den Besitzern von Gütern und Bauernhöfe der umliegenden Gemeinden und aus den Kaufleuten und Handwerkern der Stadt. Sein Notariat wurde in nur kurzer Zeit eines der größten in Schleswig-Holstein.

Im Kreis Eckernförde war Justizrat Matthiessen sehr angesehen und beliebt und durch eine Fülle von Ehrenämtern (Vorsitz im Militärverein Eckernförde und im Kreiskriegerverband, Geschäftsführer des Vaterländischen Frauenvereins und des Roten Kreuzes, Kirchenältester) stark beansprucht. Später wurde er sogar Stadtverordnetenvorsteher und wirkte auf diese Weise in der Kommunalverwaltung der Stadt mit. Während des Ersten Weltkriegs führte Justizrat Matthiessen als Offizier die Küstenschutzkompanie in Eckernförde und nahm später freiwillig am russischen Feldzug teil. Bis zu seinem Tod am 11. August 1924 gehörte er dem Vorstand der Anwaltskammer an und war maßgeblich an der Erreichung der Simultanzulassung der Amtsgerichtsanwälte bei den Landgerichten beteiligt.

Die Praxis wurde nach seinem Tod zunächst von seinem Krankheitsvertreter Franz Stappenbeck weitergeführt, bis sie am 16. November 1926 von seinem Schwiegersohn Dr. Hans Kawelmacher übernommen wurde. Der 1891 geborene Dr. Kawelmacher war Sohn eines Generals, der vor seinem Studium und seiner Dissertation zunächst als Adjutant des Kommandanten auf der SMS König Albert gedient und dann 1916 zur U-Boot-Waffe kommandiert worden war. Als Notar wurde er am 8. Dezember 1926 zugelassen, so dass auch das Notariat fast nahtlos weitergeführt werden konnte.

Im Jahre 1933 zog es Dr. Kawelmacher wieder zum Militär. Er trat in die Marine ein und wurde Berufssoldat, während seine Kanzlei von dem 1902 in Hamburg geborenen Rechtsanwalt Heinz Loewer fortgeführt wurde. Während des Zweiten Weltkrieges war Dr. Kawelmacher Kapitän zur See und geriet später in russische Gefangenschaft. Nach dem Krieg arbeitete er als Oberregierungsrat im Verteidigungsministerium. 1965 starb er in Bonn.

Gesellschaftlich hoch angesehen, machte es sich Rechtsanwalt Loewer zur Prämisse, sich nicht nur für die großen, sondern auch für die kleinen Rechtsstreitigkeiten mit Nachdruck einzusetzen. Als leidenschaftlicher Segler übernahm er 1937 den Vorsitz des Segelclubs Eckernförde. Nach Kriegsbeginn wurde Rechtsanwalt Loewer beim Wehrmeldeamt eingesetzt, war seit 1942 erster Beigeordneter der Stadtverwaltung Eckernförde und führte von 1943 bis 1945 die Geschäfte des Bürgermeisters. Nach seiner Internierung durch die britische Besatzungsmacht durfte er 1948 wieder als Rechtsanwalt tätig sein. Sein Engagement galt der Universitätsgesellschaft sowie dem Segelclub. In der Spitzenorganisation der deutschen Segler bekleidete er auf Grund seiner Sachkenntnis das Amt des Syndikus im Vorstand.

Zur Zeit seiner Internierung führte der 1894 geborene Kieler Rechtsanwalt und ehemalige Reichstagsabgeordnete Gerhard Bokelmann, dessen Kieler Notariat durch Bomben zerstört worden war, die Geschäfte von Loewers Kanzlei auf dessen Bitte weiter. Nach Loewers Rückkehr blieb Rechtsanwalt Bokelmann in Eckernförde und beide führten die Praxis als Sozietät. Der Mandantenstamm wurde um viele Auftraggeber aus Kiel erweitert. Viele Unternehmen und Gutsbesitzer, die Rechtsanwalt Bokelmann betreut hatte, gehören noch heute zu den ständigen Mandanten. Zur damaligen Zeit waren bereits 12 Angestellte in der Sozietät beschäftigt. Rechtsanwalt Bokelmann war über seine Rechtsanwalts- und Notartätigkeit hinaus Präsident der Schleswig-Holsteinischen Anwaltskammer.

Nach dem Tod von Rechtsanwalt Loewer 1953 trat Dr. Meint Bruns in die Praxis ein. Er setzte die Sozietät zusammen mit Rechtsanwalt Bokelmann übergangsweise in gemieteten Räumen in der Frau-Clara-Straße 6 fort, nachdem die Erben Loewers das Haus in der Bahnhofstraße verkauft hatten. Dr. Meint Bruns hatte im Zweiten Weltkrieg als Bordschütze und Aufklärungsflieger bei der Luftwaffe gedient und war für seine Verdienste an der Ostfront unter anderem mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet worden. Nach dem Krieg hatte er an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel studiert. Der Doktorgrad wurde ihm im Jahre 1953 verliehen. 1954 erfolgte die Zulassung als Rechtsanwalt und 1955 die Bestellung als Notar.

Im Jahre 1969 kaufte Rechtsanwalt Dr. Bruns das Haus in der Rendsburger Straße 34, in dem sich die Sozietät heute befindet. Das Backsteingebäude stammt aus dem Jahre 1936 und beherbergte früher u.a. die Kreisverwaltung des Altkreises Eckernförde, der 1970 mit dem Kreis Rendsburg im Zuge der Gebietsreform zusammengeschlossen wurde. Schwerpunktmäßig beschäftigte sich Rechtsanwalt Dr. Bruns mit der Gründung, der Einrichtung und dem Betrieb des Ostseebads Damp 2000, dessen erster Spatenstich auf einer grünen Wiese am Strand von Nieby im Jahre 1969 erfolgte.

Im Januar 1969 trat Rechtsanwalt Helmut Küter, nach dem die Sozietät heute benannt ist, in die Kanzlei ein und bildete seit dem 1. Januar 1971 mit Rechtsanwalt Dr. Bruns eine Sozietät, nachdem Rechtsanwalt Bokelmann die Praxis zum 1. Januar 1970 verlassen hatte. Rechtsanwalt Dr. Bruns verstarb am 31. August 1976 im Alter von nur 53 Jahren nach einer schweren Krankheit, so dass Rechtsanwalt Küter die Kanzlei zunächst alleine fortführen musste. Von November 1976 bis Juli 1981 war Dr. Dieter Kolbe als Rechtsanwalt in der Kanzlei tätig, der dann jedoch sein Elternhaus in Gettorf übernahm und danach dort selbstständig als Rechtsanwalt und Notar tätig war.

1978 trat Rechtsanwalt Hans-Harmen Brodach in die Kanzlei ein und bildete seit 1980 mit den Rechtsanwälten Küter und Kolbe eine Sozietät. Im November 1982 erfolgte schließlich eine Bürogemeinschaft mit Rechtsanwalt Karsten Fabel.

Im Jahre 1982 wurde das Gebäude zum ersten Mal zwecks Erweiterung und Modernisierung der Büroflächen grundlegend umgebaut. Die Modernisierung beinhaltete auch die Anschaffung einer neuen Datenverarbeitungsanlage. Somit konnten das gesamte Vollstreckungsverfahren, der Schreibdienst und die Finanz- und die Mandatsbuchhaltung maschinell bearbeitet werden, was für die damalige Zeit der Durchschriften, des Kohlepapiers, der Zettelwirtschaft und der Buchhaltung revolutionär war. Als eine der ersten Rechtsanwaltskanzleien in Deutschland arbeitete die Sozietät anstelle von Schreibmaschine und Karteikarten mit einer modernen EDV-Anlage. Die Bemühungen, sich die Fortentwicklung der EDV nutzbar zu machen, hielten an. Seit 1987 arbeitet die Kanzlei mit einem vernetzten Computersystem auf allen über 20 Arbeitsplätzen und verfügt somit über umfangreiche Erfahrungen auf dem Gebiet der elektronischen Datenverarbeitung.

1985 erfolgte der Zusammenschluss der Rechtsanwälte und Notare Küter und Brodach mit dem ebenfalls zum Notar bestellten Rechtsanwalt Fabel zu einer Sozietät. Die Praxis entwickelte sich weiter, die unterschiedlichen Schwerpunkte der Partner und zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten trugen zu einer erheblichen Vergrößerung des Mandantenstamms und einer positiven Umsatzentwicklung bei. Schwerpunkte im Baurecht und Kontakte zur Deutsch-Schwedischen Handelskammer führten Ende der 80er Jahre zu zahlreichen Geschäften für schwedische Unternehmen und Pensionskassen. Die Wiedervereinigung Deutschlands brachte viele neue Aufgaben und Anforderungen mit sich. Die Kanzlei organisierte Anfang 1990 Schulungen für Grundbuchmitarbeiter des Amtsgerichts Schwerin; zahlreiche Anwalts- und Notarmandate wurden in Eckernförde bearbeitet und auf Reisen in die neuen Bundesländer persönlich abgewickelt, was in jener Zeit einen erheblichen Zeitgewinn und bessere Ergebnisse einbrachte.

1994 wurde eine Büroerweiterung dringend notwendig, auch um zeitgemäße Arbeitsplatzbedingungen für die ca. 25 Mitarbeiter zu schaffen. Da aufgrund des großen Grundstücks Gelegenheit dazu bestand, konnten die bisherigen Büroflächen von ca. 800 qm durch einen gleichartigen Anbau mit Tiefgarage verdoppelt werden. Eine gepflegte Gartenanlage und ein Mandantenparkplatz rundeten das Ensemble ab. Im Erdgeschoss konnten einige Räume an eine Flensburger Steuer- und Wirtschaftsprüfergesellschaft vermietet werden.

Rechtsanwalt Brodach schied zum Sommer 2000 aus der Sozietät aus und ging nach Berlin. Seit 1995 besteht eine Bürogemeinschaft mit Rechtsanwältin Petra Prehls. Zum 1. Juli 2002 wurde Rechtsanwalt Kai-Uwe Holmer Sozius. Er war zuvor als Leiter der Rechtsabteilung einer großen Wirtschaftsprüfungs-gesellschaft in Kiel und in eigener Praxis mit dem Schwerpunkt Steuer- und Gesellschaftsrecht tätig. In der Sozietät übernahm er zunächst die Bereiche Bau- und Architektenrecht, Unternehmens- und Unternehmensnachfolgeberatung sowie die steuerliche Rechtsgestaltung.

Seit dem 1. Januar 2003 befindet sich im Erdgeschoss die Rechtsanwalts- und Steuerkanzlei von Rechtsanwältin und Fachanwältin für Steuerrecht Heike Petersen, die sich auf die steuerliche Beratung und Vertretung vor den Finanzgerichten spezialisiert hat.

Mit dem Ausscheiden von Rechtsanwalt Küter zum 29. Februar 2008 wurde Rechtsanwalt Dr. Jens Oesterreich, der mit der Kanzlei seit dem 1. Oktober 2005 in Bürogemeinschaft verbunden war, neuer Sozius. Seit diesem Tag firmiert die Sozietät nicht mehr entsprechend der Namen der jeweiligen Partner, sondern „KÜTER. Rechtsanwälte, Notare, Fachanwälte“, führt ein eigenes Logo und ist im Internet präsent.

Im Jahr 2008 trat ferner Rechtsanwältin und Notarin Perdita Schaarschmidt, die bis zu diesem Zeitpunkt eine Einzelkanzlei am Rathausmarkt führte, der Sozietät bei.

Zum 125. Jubiläum wurde eine weitere Vergrößerung des Kanzleigebäudes durch einen Anbau beschlossen. Drei großzügige Besprechungsräume befinden sich seit der Fertigstellung 2014 in einem vorgelagerten Anbau, der sich harmonisch an das Bestandsgebäude anpasst. Auch der Eingangs- und Empfangsbereich wurde komplett umgestaltet und für die Mandanten ein abgetrenntes Wartezimmer geschaffen. Auf diese Weise konnte im Altbau weitere Bürofläche geschaffen werden. Neu ist ferner der barrierefreie Gebäudezugang und die Anlegung zusätzlicher Parkplätze.

Seit 2017 arbeitet der Versicherungskaufmann und Rechtsanwalt Sönke Rath-Hansen, der zugleich Fachanwalt für Arbeitsrecht, Strafrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht ist, mit der Sozietät in Bürogemeinschaft zusammen. Nach dem Ausscheiden von Karsten Fabel wurde er zum 1. März 2019 Mitgesellschafter.